Ramadan ohne Fasten

Alle Frauen kennen dieses Problem: Wir können entweder Teile, oder den gesamten Ramadan, nicht fasten. Wenn man nicht beten oder fasten kann, dann findet man sich ganz schnell in einer Situation, in der der Iman (Glaube) immer schwächer wird. Und die ersten Tage zurück zu den vorgeschriebenen Gottesdiensten fallen danach schwer.

 

Dabei gibt es so viel, was wir ansonsten tun können, und auch sollten, wenn wir nicht in dieses „Iman-Loch“ fallen wollen. Ramadan ist der gesegnete Monat nicht nur für diejenigen, die fasten. Wir sollten ihn nicht ungenutzt an uns vorbei ziehen lassen, nur weil wir nicht mitfasten können. Einige Dinge, die man ansonsten tun kann:

 

 

-          Dhikr (Allahs Gedenken): Damit können wir unsere Zungen und Herzen den gesamten Tag beschäftigt halten. Die besten Worte sind „SubhanAllah, Alhamdulillah, Allahu Akbar“

 

-          Du‘a: Ramadan ist DER Monat für Bittgebete. Nehmt euch ein gutes Buch (z.B. Hisnul Muslim) und macht es euch zur Aufgabe, einige (kleine) Bittgebete auswendig zu lernen, die man täglich braucht

 

-          Quran lesen und lernen: auch während der Menstruation darf man Quran rezitieren und auswendig lernen. Wer aus dem rein arabischen Mushaf liest, sollte ihn nicht direkt anfassen. Ein Mushaf mit Tafsir oder Übersetzung darf auch direkt angefasst werden

 

-          Quran anhören

 

-          Tafsir lesen oder Vorträge anhören, über den Inhalt reflektieren

 

-          Andere nützliche islamische Vorträge anhören

 

-          Anderen Menschen Gutes tun: macht es euch gezielt zur Aufgabe, eure Beziehungen zu den Menschen um euch herum zu verbessern und ihnen nützlich zu sein. Wenn du nicht fasten kannst, gibt es z.B. sicher einige Schwestern, die dir sehr dankbar wären, wenn du ihnen etwas Arbeit abnimmst, z.B. durch Kochen oder Kinder beschäftigen. Vergesst auch nicht eure Eltern: ihnen Gutes zu tun ist einer der wichtigsten Wege zum Paradies!

 

-          Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht fasten, aber dennoch beten kann, kann seine freiwilligen Gebete erhöhen, z.B. durch ein regelmäßige Duha Gebet am Vormittag (2 oder 4 Raka)

 

-          Sadaqa: Damit ist nicht nur Geld spenden gemeint. Ein nettes Wort, ein Lächeln ist Sadaqa. Gib so viel von dir, wie du kannst – besonders, wenn es dir selbst nicht so gut geht. Das Wunder des(selbstlosen) Gebens ist, dass es dir nicht nur einen Lohn bei Allah gibt, sondern dich auch glücklich und zufrieden macht.

 

 

InshaAllah verbringt ihr einen produktiven Monat, und wenn das Tief doch kommen sollte: weitermachen, nicht verzweifeln. Wir alle kennen diesen Punkt, das ist eine Schwäche des Menschen und nicht eine Schwäche von dir allein. Die Tatsache, dass es dich stört und traurig macht, wenn du nicht die Gefühle hast, die du gerne hättest, zeigt, dass du auf dem richtigen Weg bist! Gib dich nicht der Verzweiflung hin, sondern nimm dieses Tief zum Anlass, noch ein wenig mehr zu tun. Und vertraue darauf, dass Allah diese Anstrengung annehmen wird.

 

 

Möge Allah unsere Taten annehmen und uns vergeben.