Imperfekt

Es ist normal, dass man gegenüber fast allem im Leben ambivalente Gefühle hat. Schwarz oder weiß gibt es nur in ganz wenigen Aspekten, und selbst da oft nur für eine begrenzte Zeit. Wir können glücklich über etwas sein, und gleichzeitig eine Enttäuschung fühlen, dankbar sein und dennoch Veränderung wünschen. Wir können Wut und Verständnis gleichzeitig empfinden. Wir können sogar einen Menschen lieben, und gleichzeitig manche Eigenschaften ablehnen oder sogar verabscheuen.

 

 

 

Das ist die Realität des Lebens, das in seiner Essenz imperfekt ist. So sind wir selbst und unser Empfinden imperfekt, und genau so alles um uns herum.

 

Die gute Nachricht ist, dass wir entscheiden können, welchen Aspekten wir mehr Gewicht geben wollen. Und alles, auf das wir uns konzentrieren, erscheint uns größer. Wir können uns konzentrieren auf das, was wir haben, anstatt auf das, was wir nicht haben. Auf die Stärken von anderen anstatt auf ihre Fehler. Auf das , was wir wollen, anstatt auf das, was wir nicht wollen.

 

 

 

Und zu guter Letzt haben wir die Zuversicht, dass wir uns immer zurück besinnen können auf unseren Schöpfer, den Herrn der Makellosigkeit und Vollkommenheit in all Seinen Eigenschaften. Das macht unsere Liebe zu Allah einmalig und unterscheidet sie von unserer Liebe zu allem anderen. Daher sehnen wir uns nach Seinem Angesicht an einem Ort, an dem alle negativen Empfindungen und Erfahrungen ausgelöscht wurden.

 

 

 

„(…) in die Gärten Edens, die der Allerbarmer Seinen Dienern im Verborgenen versprochen hat. Sein Versprechen wird bestimmt erfüllt. Sie hören dort keine unbedachte Rede, sondern nur ‚Frieden!‘“ (19:61-62)